Rechtstipps

Strafrecht

Von Rechtsanwältin Alexandra Braun

Hamburg, 24.03.2013: Bei dem Tatbestand des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften ist fraglich, inwieweit auch Comics oder Mangas unter den Tatbestand fallen können. In Schweden erging kürzlich ein Urteil, dass Manga-Sex Darstellungen keinen Kinderpornografie darstellen würden. Dies gelte auch dann, wenn sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen in den Bildern dargestellt werde.

Aus dem Inhalt:
Bei dem Tat­be­stand des Be­sit­zes und der Ver­brei­tung kin­der­por­no­gra­fi­scher Schrif­ten ist frag­lich, in­wie­weit auch Co­mics oder Man­gas un­ter den Tat­be­stand fal­len kön­nen … Bei Er­mitt­lun­gen we­gen Be­sitz und Ver­brei­tung kin­der­por­no­gra­fi­scher Schrif­ten ist an­walt­li­che Hil­fe drin­gend not­wen­dig … Beim Be­sitz von Kin­der­por­no­gra­fie muss es sich für ei­ne Straf­bar­keit um ein rea­les Kind oder um ei­ne wirk­lich­keits­nah als Kind dar­ge­stell­te Per­son han­deln.
In Deutschland hingegen fallen auch Darstellungen fiktiver Personen unter den Tatbestand des § 184 b StGB. Es kann daher auch zu einem Ermittlungsverfahren kommen, wenn die beschuldigte Person lediglich Comics/Mangas oder Romane mit entsprechendem Inhalt besessen oder verbreitet hat.

Bei der Verbreitung von kinderpornografischen Schriften sind auch rein fiktive kindliche Personen für eine Strafbarkeit ausreichend (z.B. eine Comicfigur, die als 13-jährige vorgestellt wurde). Es ist zweifelhaft, ob für das Tatbestandsmerkmal „Kind“ eine menschliche Person vorausgesetzt wird. Jedenfalls führt eine bloße oberflächliche Verfremdung (z.B. Engelsflügel) nicht dazu, dass Straflosigkeit gegeben ist.

Beim Besitz von Kinderpornografie muss es sich für eine Strafbarkeit um ein reales Kind oder um eine wirklichkeitsnah als Kind dargestellte Person handeln. Dabei kann es im Einzelfall fraglich sein, ob das Einbeziehen und kindlichen Attributen der Kindlichkeit diese wirklichkeitsnah simuliert. Das Bundesverfassungsgericht hat dazu entschieden, dass der objektive Betrachter eindeutig zu dem Schluss kommen müsse, dass ein Kind als Darsteller beteiligt sei.

Bei Ermittlungen wegen Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften ist anwaltliche Hilfe dringend notwendig. Zögern Sie nicht und nehmen Sie im Fall einer Hausdurchsuchung umgehend Kontakt mit Frau Rechtsanwältin Alexandra Braun auf.

Ihre

Alexandra Braun

Rechtsanwältin/Strafverteidgerin

Beim Schlump 58

20144 Hamburg

Telefon: 040-35709790

Mail: kanzlei@verteidigerin-braun.de

Homepage: www.verteidigerin-braun.de

Artikel mit ähnlichen Themen


Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Noch keine Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel wurde deaktiviert.